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Fachkräftemangel in der Schweiz - die Gesundheitsbranche leidet

Der Fachkräftemangel ist ein globales und ein alle Branchen übergreifendes Thema. Es ist schwierig für Arbeitgeber, offene Stellen zu besetzten. Laut einer Analyse von Adecco und dem Stellenmarktmonitor der Universität Zürich (UZH) sind die am meisten betroffenen Branchen in der Schweiz die Gesundheitsbranche, die IT-Branche und technischen Berufe. Besonders das Gesundheitswesen ist dabei seit Jahren Spitzenreiter. Es gibt viele verschiedene Gründe wieso die Gesundheitsbranche einen so schweren Stand hat. Der Hauptgrund ist wahrscheinlich der demografische Wandel in der Bevölkerung. In diesem Beitrag werden die verschiedenen Gründe tiefer beleuchtet. Zudem wird darauf eingegangen, welche Folgen der Fachkräftemangel hat und was Massnahmen dagegen sein können.


Was hat der Fachkräftemangel für Auswirkungen?

Die Schweiz ist in vielen Branchen erstklassig. Darunter zählt auch das Schweizer Gesundheitssystem. Um diese Qualität aufrechtzuerhalten, müssen weitere Arbeitskräfte ausgebildet werden. Der Fachkräftemangel kann dazu führen, dass die Qualität der Arbeit in Spitälern und anderen Gesundheitseinrichtungen verschlechtert wird und so der Ruf der ganzen Branche beschädigt wird.


Eine wachsende Lücke

In der Schweiz leben immer mehr Menschen, die in ein Alter kommen, wo man Unterstützung im Alltag braucht oder wo man einfach häufiger zum Arzt gehen muss, weil man gesundheitliche Beschwerden hat. Obwohl sich die Zahlen von 2012 auf 2019 verbessert haben, wurde in einer Studie (OBSAN Bericht 2021) von der schweizerischen Gesundheitsobservation vorausgesagt, dass 2029 nur 67% der Tertiär- und 80% der Sekundärbeschäftigung der benötigten Mitarbeiter zur Verfügung stehen wird. Konkret sind das 14'500 Arbeitskräfte mit einem Abschluss auf der Tertiärstufe. Arbeitskräfte, die einen EFZ- oder EBA-Abschluss haben, werden 5'500 zu wenig sein.


Ursachen des Fachkräftemangels

Es gibt viele Ursachen, die dazu führen, dass es zu wenig Gesundheitsfachkräfte gibt. Vom Demografischen Wandel, bis zu den zunehmenden Anforderungen an den Job. Hier werden die wichtigsten angeführt und genauer beschrieben.


Demografischer Wandel

Die Bevölkerung auf der ganzen Welt wird tendenziell älter. Vor allem in westlichen Ländern leben Menschen immer länger. Das hängt mit dem fortschreitenden Wohlstand zusammen. Desto wohlhabender die Menschen in einem Land sind, desto besser geht es Ihnen und desto älter wird die Bevölkerung. Die ältere Bevölkerung benötigt mehr Pflege und die Fachkräfte kommen nicht hinterher. Wie man auf dem Bild ‘’Altersaufbau der Bevölkerung nach Geschlecht’’ sieht, hat sich der Altersaufbau von einer Pyramidenform zu einer Urnenform entwickelt. Das zeigt, dass die Bevölkerung der über 50 Jahre alten Menschen sehr stark zugenommen hat, während die Bevölkerung der unter 30-Jährigen nur ganz leicht zugenommen hat oder sogar stagniert.



Attraktivität der Gesundheitsberufe

In den letzten Jahren hat die Attraktivität in dieser Branche abgenommen. Die meisten jungen Menschen entscheiden sich gegen einen Karriereweg in der Gesundheitsbranche. Die Arbeitsbedingungen werden als schwierig empfunden. Hoher Stress, lange Arbeitszeiten und zu niedrig empfundene Löhne machen diese Berufe eher unattraktiv. Die Krisenjahre in der Coronazeit haben diese Eindrücke eher verschlechtert.

 

Arbeitsbedingungen und Belastungen

Die Arbeitsbedingungen sind für Pflegekräfte oft sehr belastend. Sie stehen unter hohem Druck und müssen auch häufig Überstunden machen. In der Spitex gibt es sowohl physische als auch psychische Belastungen, die auftreten können. Physische Belastungen können körperliche Anstrengung oder auch die wechselnde Arbeitsumgebung sein. Die unregelmässigen Arbeitszeiten (z.B. Wochenend- oder Nachtarbeit) können auch zu Müdigkeit und Erschöpfung führen.

Die Emotionale Belastung ist aber auch nicht zu unterschätzen. Der Umgang mit schwerkranken oder sterbenden Patienten und deren Angehörigen kann sehr auf die Psyche schlagen. Der Zeit- und Entscheidungsdruck helfen dabei nicht. Oft kommt noch hinzu, dass man diese Entscheidungen alleine treffen muss.


Ausbildungskapazität und Qualifikationsanforderungen

Die Ausbildungskapazitäten in der Schweiz reichen nicht mehr aus, den Bedarf an Fachkräften zu decken. Ein Grund dafür sind die immer steigenden Qualifikationsanforderungen. Das führt dazu, dass das Potenzial an Bewerbern weiter verringert wird und so erneut weniger offene Stellen belegt werden können.


Folgen des Fachkräftemangels


Qualität der Patientenversorgung

Durch die fehlenden Fachkräfte leidet die Patientenversorgung. Wenn für die Patienten nicht die Zeit aufgewendet werden kann, die es braucht, leidet die Güte der Behandlung darunter. Das führt zu mehr Behandlungsfehlern und die Sicherheit für die Patienten ist nicht mehr zu 100% gewährleistet.


Die Arbeitsbelastung des Personals

Das bestehende Personal leidet unter dem grossen Druck. Die erhöhte Arbeitsbelastung führt zur Überarbeitung und kann schliesslich auch in einem Burnout enden. Der Ausfall dieser Mitarbeiter/innen führt zu einer noch grösseren Belastung des anderen Personals. Dieser Teufelskreis ist dann nur sehr schwer zu durchbrechen und zu stoppen. Menschen, die mit dem Druck nicht zurechtkommen, wechseln vielleicht den Beruf und es kommt zur Fluktuation. Insgesamt sinkt die Arbeitszufriedenheit in der ganzen Belegschaft.


Massnahmen zur Bekämpfung des Fachkräftemangels

Die Arbeitsbedingungen sind nicht überall zufriedenstellend. Ein erster Schritt kann sein, diese Bedingungen zu verbessern. Weitere Massnahmen sind Ausbildungen und Weiterbildungen attraktiver zu machen. Andererseits kann man versuchen das Gesamtimage des Pflegeberufs zu verbessern. Wenn das alles nicht hilft, kann man versuchen, international Leute zu rekrutieren. Diese sind meistens billiger, aber Schweizer Standards können darunter leiden. Was aber nicht nur in der Gesundheitsbrache wichtig ist, sondern branchenübergreifend notwendig ist, ist die technologische Weiterentwicklung und Unterstützung. Digitalisierte Unterlagen können am Anfang kompliziert wirken, vereinfachen jedoch mit Zeit die Arbeit. Die Weiterentwicklung muss aber von beiden Seiten kommen, von den Arbeitgeber/innen und von den Arbeitnehmer/innen. Wenn man eine Pflegefachfrau oder ein Pflegefachmann ist und mit dem Job zufrieden ist, kann man den Freuden Bescheid sagen und Menschen mit Mund-zu-Mund-Propaganda dazu animieren, sich für diese Arbeit zu interessieren.


Fazit

Der Fachkräftemangel ist ein globales und branchenübergreifendes Problem. Die Gesundheitsbranche ist dabei eine der am meisten leidendsten. Es gibt verschiedene Ursachen für den Fachkräftemangel. Der demografische Wandel, die Attraktivität der Gesundheitsberufe und die schwierigen Arbeitsbedingungen machen es für die Branche nicht einfacher. Um das Problem in den Griff zu bekommen muss von beiden Seiten, Arbeitgeber/innen und Arbeitnehmer/innen, zur Verbesserung der Situation beigetragen werden. Damit die Qualität der Patientenversorgung nicht abnimmt und die Arbeitsbelastung für das Personal nicht zu hoch wird, müssen die Arbeitsbedingungen verbessert werden und so sichergestellt werden, dass die Patienten vollumfänglich versorgt werden.


Weitere Informationen zum Fachkräftemangel:

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